Seit der Lancierung der Landschaftsinitiative
am 10. Juli 2007 hat sich die Siedlungsfläche  in der
Schweiz vergrössert um:
  m2
Zum Vergleich: Der rote Rahmen 
entspricht einer Fläche von 
90'000'000 m2
(90 Quadratkilometer).
Lausanne 90km2
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Landschaftsinitiative bleibt ohne ernstzunehmenden Gegenvorschlag

29.09.2011

Der Nationalrat hat seine Chance nicht genutzt. Sein indirekter Gegenvorschlag zur Landschaftsinitiative kann keine ernstzunehmende Alternative zur populären Volksinitiative sein. Ohne Mehrwertabschöpfung und ohne Pflicht zur Redimensionierung der zu grossen Bauzonen fehlt es ihm an allem, was für einen künftig haushälterischen Umgang mit der wertvollen Ressource Boden dringend nötig ist. Die Initianten der Landschaftsinitiative bedauern die Konzeptlosigkeit der grossen Kammer.

Von «links» bis «rechts» im politischen Lager wird die Zersiedelung der Schweiz in seltener Einmütigkeit als Problem erkannt. Wenn es um griffige Massnahmen gegen die Verschleuderung des wertvollen Guts Boden geht, zeigt der Nationalrat aber eine erschreckende Konzeptlosigkeit. Trotz mehrstündiger Debatte und brauchbarem Vorschlag des Ständerates kann sich der Nationalrat zu keinem ernsthaften Lösungsansatz gegen die Raumplanungsmisere in der Schweiz durchringen. Er hat sämtliche griffigen Elemente aus der Vorlage gestrichen. «Der Nationalrat setzt auf das Prinzip Hoffnung, wenn er mit rein kosmetischen Anpassungen am bestehenden Raumplanungsgesetz eine Trendwende beim Bodenverschleiss erreichen will», kommentiert Raimund Rodewald, Vize-Präsident des Vereins «Ja zur Landschaftsinitiative», den nationalrätlichen Gegenentwurf zur Landschaftsinitiative.

Ohne Verkleinerung überdimensionierter Bauzonen, ohne Kompensation neuer Bauzonen und ohne die Abschöpfung eines Teils des Mehrwertes bei Einzonungen wird der heute beschlossene indirekte Gegenvorschlag des Nationalrates am gravierenden Vollzugsnotstand in der Schweizer Raumplanung nichts ändern. Sogar die beschlossene Stärkung des kantonalen Richtplanes bleibt hohl, solange die Bauzonenfläche den künftigen Bedarf weiterhin überschreiten darf.

Ein solcher Gegenvorschlag zur Landschaftsinitiative ist untauglich. Raimund Rodewald: «Entweder wird der Nationalratsentscheid im Bereinigungsverfahren korrigiert oder das Stimmvolk wird mit seinem Ja zur Landschaftsinitiative der Raumplanungspolitik in der Schweiz Beine machen können.

 

Weitere Auskünfte:
Sophie Michaud Gigon, secrétaire romande von Pro Natura, Vorstandsmitglied des Vereins «Ja zur Landschaftsinitiative», Tel. 077 434 64 08
sophie.michaud@pronatura.ch

Dieses Communiqué erscheint auch auf Französisch sowie unter www.pronatura.ch/aktuell.

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